Bettinaschrick Bettina Schrick
I.CON INNOVATION GMBH, Stuttgart
Technologie Analystin


»Die Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen hängt zu einem guten Teil auch davon ab, ob Wissenschaftler selbst Unternehmer werden. Wir sprechen viel vom Technologietransfer aus der Forschung in die Wirtschaft. Es muss uns hier deutlich häufiger gelingen, Persönlichkeiten zu gewinnen, die diesen als Unternehmer selbst in die Hand nehmen«

»Welches Handwerkszeug brauche ich als Wissenschaftler, um zum Unternehmer zu werden? Kann ich Unternehmertum erlernen und wenn ja, wo? Kann ich aus meinen Forschungsergebnissen eine Geschäftsidee entwickeln und wer würden meine Kunden sein? Wie baue ich ein Unternehmen auf und wer unterstützt mich bei meinem Vorhaben?

Die Liste an Fragen ließe sich fortsetzten. Sie kommt am Ende einer Reihe von Hürden gleich, die es abzubauen gilt, um die in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen engagierten Wissenschaftler als Unternehmer von Morgen gewinnen zu können. Es kommt aber nicht nur auf den Wissenschaftler an. Ausgründungen, Technologietransfer und letztlich auch Unternehmergeist entstehen in einem komplexen Zusammenspiel von Wissenschaftlern, Investoren, Forschungseinrichtungen und bereits erfolgreichen Unternehmen, die ihre Erfahrungen einbringen und als Vorbild dienen können. All diese Akteure verfolgen allerdings häufig ganz verschiedene Ziele und sprechen auch nicht immer dieselbe Sprache. Nicht selten fehlt es an Offenheit und Vertrauen. An diesen Schnittstellen braucht man Brückenbauer, um die Beteiligten miteinander ins Gespräch zu bringen und zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Als promovierte Chemikerin habe ich in der Nanotechnologie geforscht und verstehe die Sprache und Denkweise von Wissenschafltern. In meinem heutigen Beruf spreche ich mit Wissenschaftlern über ihre Forschungsergebnisse und die Möglichkeiten zu deren Kommerzialisierung. Seit 7 Jahren arbeite ich an der Schnittstelle zwischen Forschung, Ausgründung, Finanzierung und Aufbau von Technologie Start up Unternehmen. Mich interessieren jung Technologie-Ausgründungen und ich begleite diese in Fragen der Finanzierung und beim weiteren Unternehmensaufbau. Mein Ziel ist es, Jungunternehmer mit den aussichtsreichsten Projekten zu identifizieren und mit ihnen frühzeitig eine geeignete wirtschaftliche Umsetzung in einem Unternehmen zu planen. Dabei geht es darum, den Auf- und Ausbau der Unternehmen mit betriebswirtschaftlichen Fachwissen aber auch mit Kapital absichern. 

Ich hab durch die Arbeit mit Start up Unternehmen die Erfahrung gemacht, dass entgegen der landläufigen Meinung auch unter Wissenschaftlern Persönlichkeiten mit ausgeprägten unternehmerischen Fähigkeiten zu finden sind. Die geltenden Mechanismen und Wertmaßstäbe der akademischen Welt erschweren aber allzu oft die Umsetzung dieser Fähigkeiten. Wir möchten Wissenschaftler motivieren, die wirtschaftliche Verwertbarkeit ihrer Forschung als ein neben der in Fachzeitschriften publizierten Erkenntnis gleichwertiges Arbeitsergebnis anzusehen.«

Ausbildung

1994 – 1996 Bachelor in Chemistry, Rutgers–The State Universitity of New Jersey USA
1997 – 2002 Ph.D. Chemie / Materialforschung, Pennsylvania State University USA
2002 – 2003 Post Doc Nanostrukturen, Ludwigs-Maximilians-Universität München

Berufstätigkeit

1996 - 1997 Dragoco Gerberding & Co KG (jetzt Symrise): F&E Analytische Chemie
2003 - 2007 TechnoStart GmbH: Technologie Analystin
2008 - 2011 TechnoStart GmbH: Investment Managerin
Seit 2011     i-con innovation GmbH Technologie Analystin


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