Bracht6 Alexander Bracht
Hessen Agentur GmbH, Wiesbaden
Leiter
AKTIONSLINIE HESSEN-NANOTECH

»Wir bleiben in den Nanotechnologien nur vorn dabei, wenn wir sie hierzulande auch marktreif machen«

»Auf dem Gebiet des nanoValley.eu sind insgesamt mehrere hundert Unternehmen und Wissenschaftler mit der Entwicklung von Nanotechnologien beschäftigt. Und dies auf hohem internationalen Niveau. Alleine in Hessen zählen wir etwa 80 Hochschularbeitsgruppen und rund 150 Nanotechnologie-Unternehmen. Weitaus größer ist allerdings die Zahl der Unternehmen, die in klassischen Branchen aktiv sind und die Nanotechnologien für Produkt- und Verfahrensinnovationen nutzen können. Diesen potenziellen Nanotech-Anwendern muss neben der Förderung der Vernetzung der Nanotech-Anbieter unser besonderes Interesse gelten.

Um die Spitzenstellung der Nanotechnologie hier zu halten und auszubauen, genügt es nicht, das Augenmerk nur auf die Forschung zu richten. Es muss vor allem gelingen, die Entwicklungen in marktfähige Produkte umzusetzen und hierüber Wertschöpfung zu generieren, sowie die notwendigen Erfahrungen für weitere Innovationen und im Hinblick auf Sicherheitsaspekte zu gewinnen. Die Ausgangsbedingungen hierfür sind gerade im Bereich des nanoValley.eu ausgesprochen gut. Kaum eine Region in Europa und der Welt verfügt über eine so gute, gewachsene Struktur von Hochschulen und Unternehmen mit anwendungsorientierter Chemie- und Materialtechnologie-Kompetenz, also den Schlüsseldisziplinen für nanotechnologische Entwicklungen. So listet beispielsweise die OECD in einer aktuellen Studie die Wissenschaftsstadt Darmstadt in punkto Nano-Patentanmeldungen vor anderen deutschen Städten bzw. Regionen in den Top-30-Regionen weltweit (OECD 2008).

Aber auch in den Anwendungsbranchen für Nanotechnologien sind wir in der Region besonders stark. Es muss aber weiter gelingen, bei diesen häufig kleinen und mittelständischen Betrieben das Interesse für Nanotechnologien zu wecken und ihnen bei der Applikation hilfreich zur Seite zu stehen. Das heißt vor allem pragmatisches und zielorientiertes Handeln in fairen Kooperationen. Dabei müssen auch die Wissenschaftseliten und die großen Nanotech-Anbieter bereit sein, sich ein Stück weit auf die Bedürfnisse der kleinen und mittleren Anwendungs-Unternehmen einzulassen. Gemeinsam Wertschöpfungsketten knüpfen, d.h. bis zum Endprodukt und zum Kunden denken: damit schaffen wir es, die Vorteile einer sicheren Nanotechnologie uns und künftigen Generationen wirtschaftlich aufschließen.«

Ausbildung

1986-1990: Diplom-Ingenieur (FH) Chemische Technologie an der Fachhochschule Darmstadt 1991-1993: Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) an der Fachhochschule Frankfurt/Main
Schwerpunkte: Produktionsmanagement und Logistik, Betriebsorganisation
1994-1995: Zusatzausbildung für Führungskräfte im Umweltschutz

Berufstätigkeit

1995-1998: Hessische Landesanstalt für Umwelt (HLfU), Wiesbaden. Arbeitsbereiche Umweltmanagement, Sustainable Development
1998-1999: Projektleiter bei einem Ingenieurbüro für systemische Kommunalentwicklung und Politikberatung sowie freiberufliche Tätigkeit als Beratender Ingenieur
Arbeitsbereiche: Integrierte Managementsysteme für Umwelt und Qualität, Coaching von Unternehmens- und Kommunalentwicklungsprozessen
1999-2004: Leiter der Aktionslinie Hessen-Umwelttech bei der TechnologieStiftung Hessen GmbH
2004 - heute: Leiter der Aktionslinie Hessen-Nanotech bei der HA Hessen Agentur GmbH

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